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Market-Timing

Unter Market-Timing versteht man die zeitliche Abstimmung seiner Investitionen. Wer Market-Timing betreibt, geht nicht einfach so zu jedem Zeitpunkt in den Markt (also an die Börse), sondern versucht einen günstigen Einstiegspunkt zu finden um einzusteigen. Außerdem wird er auch aus einem seiner Meinung nach überkauften Markt wieder raus gehen und auf den nächsten günstigen Einstiegspunkt warten. Damit versucht der Market-Timing-Investor den Markt zu schlagen, also eine bessere Rendite zu erzielen, als ob er die ganze Zeit und bei jeder Börsenphase im Markt gewesen wäre.

Abgesehen von den Steuern und den Transaktionskosten, die bei jedem Kauf und Verkauf anfallen, ist es gar nicht mal so einfach, den perfekten Zeitpunkt zum einsteigen oder aussteigen zu finden.
Auf der Seite dasinvestment.com ist über eine Studie aus den USA zu lesen, welche ergeben hat, dass eine Investition als Buy-and-Hold-Anleger (also ohne zwischendurch zu kaufen oder verkaufen) von 100.000 US-Dollar in einen Fonds aus US-Aktien zwischen 1996 bis 2016 am Ende 440.000 US-Dollar Ertrag gebracht hätte. Wäre man im selben Zeitraum öfter aktiv am handeln gewesen und hätte versucht, den Markt zu timen und hätte dadurch die zehn besten Handelstage des US-Aktienmarkts verpasst, hätte man als Ergebnis 219.000 US-Dollar gehabt. Also nur ungefähr die Hälfte. (Quelle mit Downloadlink zur Studie: dasinvestment.com)
Peter Lynch soll über das Market-Timing einst gesagt haben: "Die Investoren haben weit mehr verloren, wenn sie sich auf Korrekturen einstellen oder diese frühzeitig erkennen wollten, als letztlich durch die eigentlichen Korrekturen verloren ging." Wer Peter Lynch ist, könnt ihr hier nachlesen.

Auch auf der Seite scalable.capital ist unter Anderem zu lesen:
"...Market-Timing funktioniert letztlich nur dann, wenn ein Anleger sich ein besseres Bild zum Markt machen kann als andere und daher mit hoher Sicherheit sagen kann, dass die aktuellen Preise nicht die wahre Situation abbilden. Wer sich also an Market-Timing versucht, ist davon überzeugt, dass er die Hoch- und Tiefphasen des Marktes besser vorhersagen kann als andere. Dass selbst institutionelle Anleger mit dem Unterfangen regelmäßig scheitern, der Informationseffizienz auf den Kapitalmärkten einen Schritt voraus zu sein, sollte jedem Privatanleger zu Denken geben. Empirische Ergebnisse deuten nämlich darauf hin, dass nur etwa 15% der Fondsmanager über einen Zeitraum von 15 Jahren hinweg bessere Renditen erwirtschaften als der Markt.1 Je nach geografischem und Branchenfokus des Fonds sehen die Zahlen sogar noch schlechter aus. Deswegen empfiehlt Investment-Guru Warren Buffett, Market-Timing zu vermeiden, und rät seinen Erben, ihr Geld in Indexfonds zu investieren..." (Quelle: scalable.capital).

Ist Market-Timing denn per se schlecht?
Natürlich lässt sich so eine Aussage nicht verallgemeinern. Für private Buy-and-Hold-Anleger, welche überwiegend in einen MSCI World investieren, macht Market-Timing unter den vorhin dargestellten Aspekten meiner Meinung nach keinen Sinn. Es gibt Leute, die erst einen Crash abwarten wollen, bevor sie investieren. Aber diese Leute laufen Gefahr, jahrelang den guten Börsenphasen hinterher zu gucken. Und wenn ein Crash da ist, weiß man auch nicht genau, wann dieser dann vorbei ist und der nächste Bullenmarkt wieder beginnt.
Es gibt aber auch Trader, welche selbstverständlich Market-Timing betreiben. Auch die meisten Fondsmanager betreiben in der Regel Market-Timing. Allerdings bedienen sich Trader und Fondsmanager auch an entsprechenden Tools wie zum Beispiel der Charttechnik. Zudem erfordert es neben einer Menge Kenntnisse und Erfahrungen auch Zeit, erfolgreich zu traden.

Fazit:
Den meisten Anlegern wird es nicht gelingen, den Markt durch das Timen zu schlagen. Zum einen ist es schwer, den richtigen Zeitpunkt zu bestimmen und zum anderen sind da noch die Kosten (Steuern und Transaktionsgebühren). Nicht umsonst lautet eine Börsenweisheit: Hin und her macht Taschen leer. Außerdem investieren viele Sparer über einen Sparplan, also in regelmäßigen (meist monatlichen) Tranchen. Durch den Sparplan wird bei jeder Börsenphase regelmäßig die gleiche Summe investiert. Mehr über regelmäßiges Sparen per Sparplan und den Durchschnittskosten-Effekt (Cost-Average-Effekt) habe ich in diesem Artikel geschrieben.
Allerdings kommt es auf die Strategie an. Dieser Blog richtet sich ja überwiegend an private Buy-and-Hold-Anleger. Für Trader zum Beispiel gelten andere Gesetze, aber die werden sich wahrscheinlich keinen Blog durchlesen, welcher den Einstieg in die Börsenwelt erleichtern soll.

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